Frau auf einem Felsen am Meer

Was lässt dich aus deiner Kraft fallen?

27. Juli 2020

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Es gibt gewisse Situationen, die wir schon tausende und abertausende Male erlebt haben – und die uns immer wieder zu schaffen machen. Ein Wort, ein Satz, eine Handlung und: puff, all dein schönes Bewusstsein, all deine innere Kraft ist dahin. Du kippst aus der Erdung, verlierst deine Anbindung und damit deinen Halt, und fühlst dich wie ein kleines Fähnchen im Wind. Dabei warst du doch gerade noch so in deiner Kraft! Was ist passiert? Was lässt dich aus deiner Kraft fallen?

Stell dir vor, du bist ein wundervoller, großer, roter Luftballon, prall gefüllt mit Luft, Liebe, Leben, Freude, Glück oder was auch immer deine Größe ausmacht. Und plötzlich kommt jemand daher, eine Nadel in der Hand, direkt aus der Nadelfabrik, klein aber spitz, und der nimmt dir mit einer kleinen Handbewegung alles: All die Luft, all die Liebe, die Lebendigkeit, deine Freude und dein Glück. Einfach so. Mit einem Wort vielleicht, einer Bemerkung oder einer Handlung. Und das Irre dabei ist: Der Mensch muss dir gar nichts Böses wollen. Er/sie ist womöglich einfach so – trifft bei dir aber voll in die Mitte.

Ein Treffer in deine Mitte

Energetisch gesehen ist es genau da, wo er oder sie hintrifft: in deine Mitte. Hier sitzt dein Kraftzentrum, dein Wesensstern. All deine Energie ist hier zuhause. Doch solange du nicht all deine alten Muster transformiert hast, ist deine Mitte sozusagen undicht. Es gibt gewisse Punkte, die noch der Heilung bedürfen. Und so fließt in gewissen Situationen Energie von dir ab. Zum Beispiel immer dann, wenn es dich kränkt, dass deine Mama dich erneut nicht in deiner ganzen Pracht wahrgenommen hat, oder du dich nicht anerkannt fühlst, wenn dein Papa sich nach dem Familienessen wieder in seinen Ohrensessel verzieht, um mit sich zu sein, anstatt dich zu fragen, wie es dir geht. Aber deine Kraft geht zum Beispiel auch dann verloren, wenn du Dinge tust, die nicht deinem Herzensweg entsprechen oder die du nur mit Widerstand machst. Von unerträglichen Arbeitsbedingungen und Stress mit KollegInnen ganz zu schweigen. Oder du kippst aus deiner Kraft, wenn gewisse Erwartungen, die du an jemanden oder etwas hast, nicht erfüllt werden.

Wenn du ein wenig in den Erinnerungen der vergangenen zwei, drei Jahre kramst, findest du sicher eine Reihe von Situationen, die dich sozusagen aus den Latschen kippen haben lassen. Es geht hier meistens nicht um große, dramatische Dinge wie eine Trennung oder einen Todesfall (das ist eine ganz andere Liga). Vielleicht ist es einfach nur die Nachricht, dass eine Bekannte nun das Angebot umsetzt, das du schon so lange im Kopf hast (aber nicht umgesetzt hast), vielleicht ist es die neue Bekanntschaft, die uralte Muster in dir triggert. Es gibt dutzende Möglichkeiten und Situationen, die dich aus deiner Kraft fallen lassen können. Die gute Nachricht: Wenn du dich bewusst mit diesen Situationen beschäftigst, wird dein Wesensstern mit jedem Mal „dichter“, oder sagen wir: stabiler. Wie beim Muskeltraining. Wer bewusst bestimmte Muskeln trainiert, wird mit mehr Kraft in dieser Partie belohnt. Trainieren, trainieren, trainieren, bis dein Kraftzentrum stabil bleibt.

Was lässt dich kippen?

Die meisten unter uns können uns nicht vor allen möglichen unangenehmen Situationen fernhalten. Wir haben Kinder, Partnerinnen, Ex-PartnerInnen, Eltern, FreundInnen, KollegInnen, Finanzamtsvertragsbedienstete und so weiter, die unser Leben würzig machen. Kurzum: Die Einsiedlerhöhlen sind nicht für alle da. Um in deiner Kraft zu bleiben, ist es daher erst einmal wichtig, dass du weißt, was dich aus deiner Kraft fallen lässt.

Nimm dir eine Stunde Zeit, hol dir einen Zettel und einen Stift, vielleicht auch einen guten Tee oder gein Glas Wein, leg dir nette Musik auf, begieb dich gedanklich in die nähere Vergangenheit und schreib dir auf, welche Situationen der letzten Wochen und Monate dich aus deiner Kraft haben fallen lassen. Sei ehrlich zu dir selbst. Überleg dir: Hatte ich bestimmte Erwartungen und Vorstellungen, wie etwas ablaufen hätte sollen? Waren es bestimmte Worte, die mich getroffen haben? Versuche, den Punkt zu bestimmen, an dem du gekippt bist.

Und dann nimmst du dich in den Arm und schenkst dir alle Liebe, die du jetzt für dich aufbringen kannst. Denn geschehen ist geschehen und wie wir wissen, hat es null Sinn über vergossene Milch zu jammern.

Nun weißt du also, was dich kippen lässt und kannst beim nächsten Mal entsprechend reagieren. Damit meine ich nicht, dem anderen Menschen die Meinung zu sagen, sondern bei dir zu bleiben, bei deinem Bewusstsein: Warum brauche ich die Anerkennung meiner Mutter noch, obwohl ich 53 Jahre alt bin? Warum erwarte ich von meinem Vater immer noch, dass er präsent ist, obwohl ich weiß: Er kann es nicht. Warum bin ich immer noch enttäuscht, wenn ein Mann mich nicht attraktiv findet? Warum kränkt es mich, wenn jemand mich nicht grüßt? Derlei Dinge. Frage und gib dir ehrliche Anworten.

Tauche tief

Viele unserer alten Muster stammen aus der Kindheit. Es ist wichtig, dass wir uns bewusst sind, dass unsere Kindheit vorbei ist und wir uns nun bewusst dafür entscheiden können, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. Vielleicht kommt der Schmerz der Kindheit oder aus Situationen unseres späteren Lebens immer wieder mal hoch. Doch du bist nicht dieser Schmerz. Du bist auch nicht deine Wut oder deine Traurigkeit, deine Hilflosigkeit, auch nicht deine Verzweiflung, nicht dein Hass und nicht dein Neid. All das sind Muster, die wir uns mit unserem Ego-Bewusstsein eingetreten haben. Doch was man sich eintritt, dass kann man auch wieder herausholen. Jetzt ist die Zeit, um tief zu tauchen, und zu erkennen, wer wir wirklich sind: göttliche Wesen in einem menschlichen Körper, die hier auf der Erde sind, um ihr Potenzial voll zu entfalten. Und das heißt, ein Leben in Liebe, Freude und Glück zu führen. Alles andere ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

Zentriere dich in deiner Mitte

So. Was machst du, wenn du aus deiner Kraft gekippt bist? Du holst sie dir wieder zurück. Dafür gibt es eine einfache Übung, die jedoch vor allem am Anfang etwas Disziplin erfordert. Du musst es wollen, du musst in deine Kraft (zurück) kommen wollen und dich dafür entscheiden, die Verantwortung in deinem Leben zu übernehmen. Wenn du das willst, wird dir diese mächtige Übung sehr, sehr oft und sehr, sehr gut helfen. Du kannst diese Übung in Ruhe zuhause machen oder (z.B. wenn die Kacke gerade am Dampfen ist) auch in der Arbeit oder sonstwo auf der Toilette.

Nimm dir zehn Minuten Zeit für dich und ziehe dich an einen ruhigen Ort zurück. Mach es dir so bequem wie möglich. Atme einige Male tief und ruhig in deinen Bauch ein und aus und stell dir dann in deiner Mitte, in der Nabelgegend, deine Lieblingstorte vor. Schoko, Topfen, Malakoff, alles was du möchtest. Achte gleichzeitig darauf, ob Stücke deiner Torte fehlen und ob du vielleicht fremde Tortenstücke integriert hast. Das kommt schon mal vor. Nun lass alle fremden Tortenstücke gehen, stell sie an einen anderen Tisch oder spür, wie sie sich einfach auflösen. Und alle deine Tortenstücke kommen nun zu dir zurück. Ich verwende für dieses Prozedere immer den Satz „All meine ausgelagerten Energien kommen jetzt zu mir zurück, und alles, was nicht zu mir gehört, geht weg.“

Halte den Fokus und sammle so alle deine Stücke wieder ein. Du musst nicht wissen, woher sie kommen, sie fließen einfach wieder zu dir zurück, bis deine Torte wieder ihre ursprüngliche, ganze Form hat. Du kannst dir alternativ zur Torte auch eine goldene Kugel vorstellen. Vielleicht siehst du auch gar nichts, aber spürst einen Sog, wenn deine Energien zu dir zurückkehren. Doch egal, ob du etwas spürst, siehst oder nicht spürst oder nicht siehst: Die Übung wirkt. Deine Gedankenkraft ist mächtig – und oft mächtiger als du denkst.

Alte Muster auflösen – Deine Kraft stärken

In der Regel ist die Sache mit der eigenen inneren Kraft ein Prozess: du erkennst was Sache ist, du erkennst, dass du die Schöpferin, der Schöpfer deiner Realität bist, du erkennst, dass du dich entscheiden kannst, ab jetzt anders zu handeln und zu denken und du wendest wirksame Tools an, um deine Kraft zu stärken und zu halten. All das passiert parallel. Und am Ende kommst du drauf: Es funktioniert!

Wenn du Unterstützung brauchst: Du weißt, wo du mich findest.

Alles Liebe!

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