Reich dekorierte Torte

Mal so, mal so – wie der Wind gerade weht

12. Juni 2020

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Mich quält zur Zeit eine Verletzung meiner kleinen Zehe. Das klingt banal, ist es aber nicht. Ich ertappe mich beim Selbstmitleidig sein, fühle mich erschöpft und reagiere überdurschnittlich emotional auf unangenehme Dinge. Zur Zeit bin ich der Prototyp der grantigen, überforderten Mama. Was für mich zählt, ist auch hier meine Wahrhaftigkeit: Erkennen, was abgeht – und mich dafür nicht zu verurteilen. In diesem Moment ist es so. Wenn ich das wahrhaftig annehme, bin ich im nächsten Moment meist schon wieder ganz klar und gleichmütig bei mir.

 

Wer oder was hat Macht über dich?

Denk an die vielen kleinen Dinge, die das Leben für uns bereithält. Manche davon gefallen uns, manche davon nicht. Meistens beschatten die Dinge, die uns nicht gefallen, unseren Tag – oder zumindest einen Teil davon. Dann kommen Dinge, die wir für wundervoll halten – und schon sind wir wieder auf der Sonnenseite. Mal so, mal so – und immer hin und her.

Irgendwie sind wir so doch massiv manipulierbar, oder? Jeder dahergelaufene Grantscherbn kann uns den Tag vermiesen. Und wenn der Liebste will, versüßt er unseren Tag mit einem Strauß Rosen und einem Kompliment. Die Situationen, die auftauchen, die Menschen, die mit uns kommunizieren haben viel Macht über uns, wenn wir das zulassen. Im Fall der Rosen sag ich: Die Macht gönn ich dir, Liebster. Im Fall des Grantscherbns … naja.

 

Nimm dich an, so wie du jetzt bist

Wie lässt sich diese Sache nun auflösen?
Erstens, indem du dir bewusst wirst, dass es so ist und dich dabei nicht verurteilst. Die Dinge passieren. Annehmen, Schwamm drüber, weitergehen, drüber lachen vielleicht, oder weinen, auch ne Option. Annehmen und sich selbst umarmen.

 

Übung: Hol all deine Energien zu dir zurück

Zweitens: Übe dich darin, dich zu erden und all deine Energien zu dir zu holen. Dafür gibt es eine einfache und sehr effektive Übung. Setze oder lege dich bequem hin und spüre die Sitzfläche unter deinem Po oder die Liegefläche unter deinem Körper. So kommst du im Körper an, erdest dich, das ist immer essenziell. Nun stell dir vor, in deinem Bauchraum befindet sich eine Torte. Nimm deine Lieblingstorte her, mit viel Obers oder Schoko, mit Erdbeeren oder Streusel, was auch immer. Nun spüre, ob deine Torte ganz ist oder ob ein paar Stücke davon fehlen und schau, ob sich fremde Tortenstücke auf deinem Teller befinden. Die fremden Stücke stellst du an einen benachbarten Tisch oder wirfst sie in den Müll oder entsorgst sie sonst irgendwie.

Fehlen deine eigenen Stücke, stellst du dir vor, wie sie zu dir zurückkommen. Deine Torte komplettiert sich. Visualisiere dies solange, bis du das Gefühl hast, alle deine Stücke sind wieder bei dir und deine Torte ist komplett. Nun stellst du dir vor, wie du alle Verbindungen zu anderen Menschen kappst, die aus deinem Bauch hervorgehen. Hier meine ich nicht Verbindungen, die du über das Herz hast, die bleiben. Nur jene aus dem Bauch kappst du. Denn die Energie in deinem Bauch ist deine. Deine Mitte, hier ist deine Kraft zuhause.

Immer dann, wenn du dich über andere Menschen oder Situationen ärgerst oder es dir sonstwie nicht gut geht, erde dich, indem du bewusst in deinen Bauch atmest und/oder deine Sitz- oder Liegefläche spürst. Und dann geh in deine Mitte und schaue, ob du all deine Tortenstücke beisammen hast. „Hast du sie alle“, dann bist du in deiner Mitte und kein Fähnchen im Wind mehr, das durch die Strömungen der Welt hin- und hergeschubst wird. Du bist stabil und gelassen.

 

Und bei den guten Dingen?

Auch die gehen vorbei. Nur ist es bei ihnen schwieriger, sie loszulassen. Das Glück mit dem Liebsten hergeben? Nope! Weil es ist ja sooo schön. Die Wahrheit ist: Alles kommt und geht, manches können wir beeinflussen (Stichwort „Gesetz der Anziehung„), manches nicht. Das Leben hat eben seine eigenen Pläne mit uns.

 

Deine Mitte ist dein Schutz

Viele Menschen, die sich mit Energetik beschäftigen, glauben, sie müssten sich vor anderen schützen. Meiner Meinung nach ist das nicht notwendig, wenn du geerdet und in deiner Mitte zentriert bist. Und genauso wenig bist du auch von Menschen und Situationen beeinflussbar, wenn du ganz bei dir bist. Denn du erkennst, wer du wirklich bist und weißt, was wirklich wichtig ist: dein Sein.

Dann erkennst du, dass du die Wahl hast: Will ich aufgrund einer bestimmten Situation oder Aussage grantig sein oder gekränkt oder wütend, selbstmitleidig, neidisch oder was auch immer? Seit ich mich selbst liebe, antworte ich mir darauf meistens: „NEIN!“ Wenn ich bei mir bin, habe ich keine Lust mehr, mich über Kleinigkeiten aufzuregen – und selbst bei den großen Dingen, überlege ich mir, wie ich reagieren möchte bzw. erkenne nach einiger Zeit, dass es keinen Sinn hat, nachtragend zu sein oder sonstwie besonders emotional.

 

Gönn dir Fehler

Ja, und dann gibt es so Zeiten, in denen mir etwas wehtut. Dann teile ich ordentlich Tortenstücke aus. An die schreckliche Situation, weil ich nicht mehr richtig gehen kann. An meine Tochter, weil sie gaaaanz schreckliche Dinge tut (wie z.B. das zweites Eis des Tages essen). Auch das gönn ich mir inzwischen. Weil es eh wurscht ist. Wenn ich bereit bin, wieder ganz zu mir zu kommen, hole ich meine Tortenstücke zu mir zurück und mache weiter. Weil das Leben einfach zu grandios ist als es nicht mit vollem Bauch und offenem Herzen zu feiern! Auch mit wehem Zecherl!

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