Frau im Sonnenuntergang

„Loslassen“ sagst du? „Annehmen“ sag ich!

03. Juni 2020

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Die großen spirituellen Meister raten seit Jahrhunderten, nicht anzuhaften und Altes loszulassen. Das ist natürlich eine tolle Sache, denn Anhaften bringt viel Leid und das lässt sich mit raschem Loslassen gut vermeiden. Doch mit unserem westlichen Perfektionierungsdrang lassen wir dabei oft einen Schritt aus: das Annehmen von dem, was ist. Wir wollen gleich erleuchtet sein, da kommt uns das uralte und an sich wichtige Prinzip vom Nichtanhaften sehr recht.

Wie oft wollte ich ein Gefühl, ein Thema, ja und gleich auch meine ganze Vergangenheit mit einem Schlag loslassen! Wie oft habe ich versucht, zwanghaft, aus dem Verstand heraus, etwas aufzulösen. Endlich fertig sein damit! Den ganzen Scheiß hinter mir lassen, frei sein. Ach, das wäre doch himmlisch! Ein Gedanke – und alles ist weg, ich bin offen für mein neues Leben. Doch wir alle müssen durch, ins Dunkle hinab und es spüren. Spüren, was noch nicht erlöst ist.

Das Annehmen ist der Schlüssel zu deiner Wahrhaftigkeit. Für mich geht es ja in erster Linie darum, wahrhaftig und ehrlich zu mir selbst zu sein, zu mir zu stehen in jeder Sekunde meines Lebens. Das gelingt nicht immer – und auch das ist vollkommen in Ordnung. Annehmen, was ist.

Alte Verletzungen sehen

Oft sitzt in uns eine große Verletzung aus der Vergangenheit, die gesehen und angenommen werden möchte. Erst wenn dieser Schritt passiert ist, kann Heilung geschehen. Dann ist die Zeit des Loslassens. Alles vorher ist kopfgesteuertes Weghabenwollen.

Meine Erfahrung zeigt: Bevor ich etwas loslasse, muss ich es annehmen. Ich muss tief hineinspüren: Kann ich wirklich loslassen? Und wenn die Antwort „nein“ ist, mir wahrhaftig in die Augen schauen und sagen: „Okay, so ist es. Ich kann jetzt nicht loslassen, kann den Schmerz nicht gehen lassen, kann nicht verzeihen, meine Tränen nicht stoppen, meine Trauer nicht transformieren, denn ich bin noch nicht bereit.“ Das NOCH ist hier wichtig, denn wenn du annimmst, lösen sich die Dinge oft von selbst auf.

Warum heißt es „Selbstliebe“?
Weil die Liebe von selbst kommt.

Mit diesem simplen Schritt, dem Annehmen von dem, was ist, kommt die vielgesuchte Selbstliebe auf einmal dahergeflattert und nistet sich tief in deinem Herzen ein. „Du bist vollkommen“, sagt sie dir dann. Und du antwortest: „Ja. Ich stehe jetzt gerade da, wo ich stehe und das ist vollkommen in Ordnung.“ Du nimmst es an und vielleicht schon morgen oder in der nächsten Minute kann sich alles aufgelöst haben.

Und meistens passiert das auch. In dem Moment, in dem du die Gegenwart annimmst, kann sich dein Groll, deine Trauer, deine Verzweiflung, dein Selbstzweifel oder was auch immer, transformieren. Dann kannst du loslassen. Dann kommst du dir Stück für Stück näher, wirst immer freier, immer mehr du selbst.

Alles, was du tust oder nicht tust, ist in Ordnung. Denn wäre es das nicht, wärst du anders und würdest anders handeln oder eben nicht handeln.

Mach es bewusst!

Sei dir dabei bewusst, dass all das auch bewusst geschieht. Denn natürlich hat es keinen Sinn, nach dem Wurschtigkeitsprinzip und mit dem arroganten Satz „So bin ich halt“ durch die Lande zu ziehen. Natürlich braucht es dein Bewusstsein, dein Gewahrsein, deine Achtsamkeit, deine Liebe zum Leben, um alles in dir annehmen zu können. Größenwahn und Arroganz sind hier nicht gefragt.

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